Was dir twitter bringt, entscheidest du selbst!

ich werde oft gefragt: du nutzt doch dieses twitter sehr aktiv. warum machst du das und was bringt es dir?

auf der einen seite ist twitter für mich ein hervorragendes vernetzungstool. es baut barrieren ab - die kommunikation untereinander ist super einfach und ohne berührungsängste. ich habe über twitter schon sehr viele “nützliche” kontakte kennen gelernt - sei es für meine arbeit oder auch privat. wenn man den “richtigen” (muss jeder für sich selbst definieren) folgt, bekommt man täglich nützliche tipps für seine arbeit oder auch interessen. twitter ist kein mainstream-tool, aber bei twitter findet man viele meinungsmacher und multiplikatoren. eine aktuelle umfrage unter knapp 600 österreichischen journalisten besagt zum beispiel, dass rund 30 prozent davon bereits twitter benutzen. jetzt könnte man, vergleicht man die zahlen mit facebook (fast 80 prozent der befragten nutzen das netzwerk), sagen: “weit abgeschlagen” (wie es z.b. auch thomas hofbauer in der aktuellen ausgabe von “der österreichische journalist” formuliert). wäre aber falsch! wer solche zahlen so vergleicht, zeigt eigentlich sein unverständnis. über twitter erreiche ich diese journalisten nämlich deutlich eher und schneller, als über facebook. bei twitter kann ich die nachrichten immer lesen (wenn die updates nicht geschützt sind, was eigentlich selbstverständlich sein sollte - aber das ist wieder ein anderes thema), bei facebook muss ich ein freund von demjenigen sein. und jetzt mal ehrlich: welcher große journalist würde zum beispiel einen kleinen studenten als freund hinzufügen - wenn er ihn nicht grad selbst unterrichtet oder ihn wirklich persönlich kennt. bei twitter kein problem: ein klick auf follow und schon ists passiert. schreibt derjenige nun was interessantes und ich antworte darauf, wird er ganz schnell auf mich aufmerksam und schon kommt man ins gespräch. wie gesagt, kontaktaufnahme: pipi-einfach!

der microbloggingdienst ist für mich aber auch ein toller nachrichtenkanal. gerade wenn ich unterwegs bin, kann ich mir eigentlich sicher sein, dass ich nichts wichtiges verpasse, wenn ich ab und zu mal in meinen twitterstream schaue. twitter ist dabei meist (um nicht zu sagen: immer) schneller, als die mobilen dienste der bekannten “alten medien”. und durch die beschränkung auf 140 zeichen kann ich mir sicher sein, dass unwichtige phrasen ausgespart werden und der text nicht unnötig aufgeblasen wird.

manche leute, mit denen ich über twitter spreche/diskutiere, fragen mich, ob ich bei über 500 leuten (denen ich folge) überhaupt nocht den überblick behalten kann. ja, kann ich. ist eigentlich - wenn man ein gescheites monitoring betreibt - überhaupt kein problem. ich muss den twitterstream nicht ständig auf haben und schauen, was es neues gibt. das würde auch zu viel zeit rauben und den leuten wieder argumentationsstoff liefern, die sagen: ich hab keine zeit für twitter. tweetdeck (als desktop-client und iphone-app) oder zum beispiel brizzly (als online-client) vereinfachen mir das monitoring. ich habe ein paar suchen eingerichtet und wenn es was neues aus dem bereich gibt, werde ich informiert. super einfach und zeit sparend. dass ich den twitterstream wirklich einmal etwas mehr durchschaue, passiert vllt einmal am tag - nämlich wenn ich morgens in der straßenbahn sitze. in der zeit würde ich sonst die zeitung überfliegen. 10 minuten investiert und ich bin eigentlich ziemlich gut informiert. danach schaue ich eigentlich nur noch rein, wenn ich ein reply, eine direct message bekomme - oder eben eine meiner suchen “anspringt”.

es gibt auch keinen informations-overflow bei twitter, wie oft behauptet wird. es gibt nur einen konsum-overflow. der tritt ein, wenn ich den “falschen” leuten folge. wer meint, er würde von twitter informationstechnisch überfordert, der sollte mal über sein follower-management nachdenken. es wird keiner gezwungen irgendwem zu folgen. natürlich habe ich auch ein paar dabei, denen ich aus reiner sympathie folge, mache das aber zunehmend immer weniger. die meisten, denen ich aus sympathie folge, kenne ich inzwischen auch schon aus der “offline”-welt und habe sie als facebook-kontakt (bekomme dort also eh mit, wenn sie was interessante von sich zu geben haben).

ich habe letztens gehört, dass sich ein paar gedanken gemacht haben, mich zu entfolgen, weil ich von meiner zugfahrt zum tourismuscamp sehr ausführlich berichtet habe. ich kann nur sagen: macht es! wenn ihr meint, dass ihr von mir nur sinnlose nachrichten bekommt, dann seid ihr nicht gezwungen, mir zu folgen. oder wenn ihr meint, dass nur dieser tag oder diese veranstaltung für euch sinnlos ist/war, dann nutzt dienste wie brizzly, die es euch ermöglichen, bestimmte hashtags auszublenden. und was die hashtagverwendung bei veranstaltungen angeht, bin ich glaub ich sehr konsequent. aber letztendlich ist es eure entscheidung. ihr müsst wissen, ob mein twitter-account euch etwas bringt oder nicht. ich muss mir eigentlich keine gedanken darüber machen, ich biete “meine” informationen an, wen sie interessieren, der “abonniert” sie, wen nicht, der nicht. warum das auch sinnlos wäre, sich darüber gedanken zu machen, sehe ich genau an dem tourismuscamp-beispiel. ungefähr so viele, wie sich “beschwert” haben, haben sich auch positiv darüber geäußert, fanden es amüsant.

ich habe bei twitter am anfang sehr viel wert auf die zahl der follower gelegt. was am anfang sicher auch sinnvoll ist, denn mit 50 followern erreiche ich nicht viel bis gar nichts. wirklich sinn macht es so ab 300 und richtig “spaß” ab 500 (dann kann man nämlich sicher sein, dass man auf eine gestellte frage auch eine antwort bekommt). ab ungefähr 500 habe ich auch aktiv aufgehört, mir follower aufzubauen - die zahl meiner follower hat sich trotzdem inzwischen mehr als verdoppelt. ich gehöre damit nicht zur “elite”, spiele aber doch etwas weiter oben mit und habe auch einen gewissen einfluss. natürlich ist es schön zu sehen, wenn die followerzahlen steigen und steigen - ist ja auch eine gewisse bestätigung. ich möchte mit meinem account unterhalten, scheinbar gelingt es mir auch - aber ich möchte das nicht mit biegen und brechen erreichen. mein twitter-account bin ich - wem das nicht gefällt, der muss mir nicht folgen… twitter ist das, was du draus machst!

und es sollte viel weniger darauf ankommen, wie viele follower jemand hat, sondern viel mehr, was für einen informationswert er hat und auch wie kommunikativ er ist. mit rauris habe ich zum beispiel nie wirklich eine follower-generierung betrieben. denn: eine destination sollte nicht so viel aufmerksamkeit darauf legen, möglichst viele follower zu bekommen. sie sollte ihre energie darauf verwenden, für (potentielle) urlauber erreichbar zu sein, auf fragen, wünsche, kritik schnell reagieren zu können. von einer destination erwarte ich auch nicht alle paar stunden einen tweet. hier reicht es wirklich ab und zu mal über veranstaltungen zu informieren und wetter-tweets abzusenden. gerade wetter-meldungen kommen gut an - am besten mit einem schönen twitpic - nur sollte man es hier auch nicht übertreiben. einmal am tag reicht so was.

eines sollte man immer bedenken: “der gemeine urlauber an sich” ist eigentlich nicht auf twitter vertreten - den erreiche ich schon eher über facebook, die homepage oder das blog. twitter ist zwar inzwischen ein mainstream-thema geworden, aber deswegen noch lange kein mainstream-tool. ich glaube auch nicht dass es das jemals werden wird. fände ich auch gar nicht gut. über twitter erreiche ich eine ganz andere zielgruppe, als ich sie über facebook erreiche. genauso wie ich über facebook eine andere zielgruppe erreiche, wie über die homepage.

das große problem von vielen bei twitter ist, dass sie meinen, mitmachen zu müssen, “weil da ja jetzt alle sind”. es ist aber einfach nicht so - und das ist das problem. wenn man nach ernstzunehmenden twitterern sucht, trifft man auf eine ganz bestimmte gruppe. sie sind oft tief drin in der materie “social media”. sie kennen sich aus und reagieren oft sehr “gereizt” auf “fehler” und sind auch schnell dabei, diese anzuprangern. was ich immer wieder neu-twitterern sage: nicht einfach gleich darauf los twittern. nehmt euch die zeit und schaut es euch erst mal an. beobachtet es. schreibt am anfang lieber erst mal etwas weniger und konsumiert mehr. dann wird es auch leichter fallen, einen eigenen stil - eine eigene linie - zu entwickeln.

zum schluss möchte ich noch auf ein vorurteil eingehen, was mir auch schon aus den ohren hängt: “bei twitter schreibt doch eh nur jeder, dass er grad kaffee kocht oder auf klo ist”. ich persönlich bin auf solche tweets nur seeeehr vereinzelt gestoßen. und selbst wenn: wenn mich die restlichen tweets weiterbringen, ist mir das herzlich egal. sollte nur solche tweets kommen, dann folge ich den personen erst gar nicht - und ruhe ist. was dir twitter bringt, entscheidest du selbst - und wer sich auf kaffee-tweets beruft, der hat sowieso nix verstanden.






Workshop “Onlinereputation” mit Klaus Eck und Michael Reuter (#or10)

schon mal sich selbst gegooglet? nein? warum nicht?!

achso - ja, stimmt, dieses internetz wird sich ja sowieso nie durchsetzen!

ich google mich mindestens einmal die woche selbst, habe zusätlich noch ein paar tools, die mich wöchentlich darüber informieren, was es neues über mich gibt (yasni zum beispiel) und natürlich auch ein paar google alerts eingerichtet. nicht, weil ich so gerne meinen name lese, sondern um zu wissen, wo meine beiträge auftauchen, in welchem zusammenhang mein name verwendet wird, wer über mich schreibt, wo über mich geschrieben wird und eben auch um zu sehen, was andere finden, wenn sie meinen namen suchen. gerade in der kommunikationsbranche sollte man wissen, wie und wo man online stattfindet.

teilweise “kommt es hier viel mehr darauf an, was man online macht, als was man offline macht”, sagt klaus eck. ich würde sogar noch einen schritt weiter gehen: wer online nicht stattfindet, findet offline auch nicht statt! und nein, ich meine jetzt nicht, dass man twittern, bloggen oder was auch immer muss, damit man ein privatleben führen kann. aber in der heutigen zeit, in der das internet eine immer wichtigere rolle spielt, immer mehr firmen sagen, “wir müssen da was mit diesem social media machen”, sollte man sich auskennen. und wen stell ich denn eher ein: jemanden, der weiß, was blogs, twitter, facebook sind - oder jemanden, der über google zeigen kann, wie sehr er in dem thema schon drin ist?

es ist ein irrglaube, dass ein zukünftiger journalist einen lukrativen job bekommt, der keine ahnung von web 2.0 bzw. social media hat. für den lokalteil einer provinzzeitung wird’s vielleicht reichen - da ist dann aber auch die karriere beendet. und wenn ich daran denke, wie sehr der lokaljournalismus in letzter zeit in richtung web verlagert und vor allem von “hobby-journalisten” übernommen wird (ich sage nur als beispiel buzzriders), bin ich mir noch nicht mal sicher, ob man dort ohne überleben kann.

ich möchte auch niemandem, der kein blog hat oder nicht twittert (was ja nur zwei kleine aspekte des ganzen sind), absprechen, eine ahnung von dem thema zu haben. nur würde ich als arbeitgeber dann schon nach der kompetenz fragen. kann jemand, der nur “beobachtet” auch ein guter macher sein? nein, nicht wenn er damit auch mal herum probiert, sachen versucht hat.

vor fünf jahren hätte kaum ein personalchef den namen eines bewerbers gegooglet - heute gehört es zum standard. und es ist ja auch so einfach - viel zeit nimmt es nicht in anspruch. und deswegen rät klaus eck auch, “das netz von anfang der karriere an (also z.b. studium) für die reputation zu nutzen”. langsam einen namen aufbauen. “wo und wie ich in zwei jahren gefunden werden möchte, das kann ich heute schon bestimmen”.

ich kann nur aus eigener erfahrung berichten. als ich ende 2007 anfing zu bloggen und mich ernsthaft “mit diesem web 2.0″ zu beschäftigen, fand man meine homepage und ein zwei beiträge die meinen namen enthielten bei google. dann kam schon ziemlich schnell ein kutschenfahrer, der so heißt wie ich und einen bundestagsabgeordneten, der so ähnlich heißt wie ich. den politiker findet man inzwischen erst auf seite 3, der kutschenfahrer taucht erst auf seite 5 auf - ansonsten finde nur noch ich dort statt.

ähnliches gelang mir mit dem begriff schneeengel. bei google.at kommt zuerst mein blog, dann meine homepage (ja, ich weiß, relaunch ist in arbeit!;)), dann erst der wikipedia-eintrag über schneeengel und danach dann schon mein twitter-account. bei google.de “gehören” mir zumindest schon mal eintrag zwei und drei. wie ich das geschafft hab? durch viel content, der oft verlinkt wurde und auch, weil ich kaum einen populären dienst ausgelassen habe und mich dort einfach angemeldet habe.

was haben klaus eck und michael reuter sonst noch für tipps für die nächste bewerbung?

kommentare bei firmen(blogs) hinterlassen, die einen jobmäßig interessieren könnten. drei oder vier in einem halben jahr. wenn die personalabteilung nach einer bewerbung den namen googlet, wird sie auch auf den kommentar stoßen und sehen, dass man sich schon mit der firma beschäftigt hat - sicher ein pluspunkt.

michael hatte einen interessanten vorschlag, über den ich auch schon nachgedacht habe: ein video über sich selbst drehen. natürlich ist es oft etwas schwierig sich selbst zu verfilmen, aber sollten nicht gerade menschen im bereich medien bzw. kommunikation nicht auch selbstdarstellerische qualitäten haben? wie könnte man es besser beweisen?

und natürlich sollte man seine online-präsenzen auch pflegen und vielleicht auch auf eine zukünftige bewerbung ausrichten. beim facebook nicht nur fan von irgendwelchen musikern oder mag guyver werden. warum nicht auch fan werden vom “spiegel”, der “faz” oder was auch immer in den bereich passt, in dem man arbeiten will? die fanseiten tauchen im profil auf und vermitteln eben auch ein gewisses profil.

natürlich waren beim heutigen workshop viele punkte dabei, die “der gemeine geek an sich” schon lange im blick hat (oder haben sollte). doch waren auch für mich ein paar gute anregungen dabei, die ich für die nächste bewerbung bzw. mein künftiges “online-leben” definitiv im auge behalten werde.






Öffentliches WLan in Graz

graz möchte nach oulu und luzern die dritte europäische stadt werden, die ein flächendeckendes wlan-netz anbietet. man möchte damit zur “it-hauptstadt österreichs” aufsteigen und it-firmen davon überzeugen, sich auch in graz anzusiedeln. der beschluss dazu wurde bereits 2006 im gemeinderat gefasst, im sommer dieses jahres wurde schon verkündet, dass zum schulanfang die ersten hotspots stehen sollen. und was ist passiert? nichts ist passiert. bis jetzt gibt es die drei öffentlichen access-points am haupt- und am karmerliterplatz und am murbeach - das war’s.

grund: die stadt will zwar das wlan, aber geld dafür ist nicht da. man braucht also investoren. gerechnet wird mit kosten zwischen 1.500 und 2.000 euro pro hotspot (installation und hardware, 100-150 router sind für die erste ausbaustufe geplant - 400 sollen es letztendlich werden), zusätzlich würden noch grob gerechnet 50.000 euro für das back-end dazu kommen.

maresa und ich haben den zuständigen gemeinderat, dominic neumann, für einen artikel interviewt. er rechnet damit, dass mit der endgültigen planung im ersten halbjahr diesen jahres gerechnet werden kann. die planungsphase würde allerdings eher kurz dauern, da schon viel vorarbeit geleistet wurde. wenn wir glück haben, stehen die ersten hotspots schon im sommer?

ich finde das auf jeden fall ein gutes projekt - ich bin auf die umsetzung gespannt. und im gegensatz zu berlin scheint das hier alles auch ein bisschen unbürokratischer zu laufen, “die österreicher sind halt gemütlicher”, kommentierte neumann das mir gegenüber.

die ersten hotspots sollen die innenstadt und großen haltestellen abdecken, es soll später sogar möglich sein, während der bim-fahrt von station zu station kostenlos im netz zu surfen. die surfdauer soll auf eine stunde beschränkt werden, danach muss sich erneut eingewählt werden. damit soll vor allem vermieden werden, dass über das öffentliche wlan ftp-downloads gemacht werden. auch den eMail-verkehr wollen sie einschränken, damit das netz nicht für spammer attraktiv wird. wie das genau umgesetzt werden soll, ist noch fraglich. wollen sie etwa auch alle online-eMail-webseiten sperren? es wird auf jeden fall ein filter zur anwendung kommen, denn jugendgefährdende und verbotene inhalte sollen natürlich auch nicht abrufbar sein. eine weitere idee ist, dass zum beispiel inhaber einer jahreskarte der öffentlichen verkehrsmittel oder kunden vom öffentlichen stromnetz (die im bereich der wlan-abdeckung wohnen) das netz durchgängig benutzen können (ob kostenlos oder zu einem geringen entgeld ist noch nicht klar).

gesundheitliche bedenken hat die stadt nicht. zwar meldete sich eine landschaftsplanerin, die meinte, wlan-strahlung wäre viel zu schädlich, doch steht sie da eigentlich eher allein auf weiter flur. wir interviewten im rahmen des artikels aber trotzdem noch professor leitgeb von der tu graz, der sich schon lange mit elektromagnetischer strahlung beschäftigt. die strahlung, die von einem wlan-hotspot ausgeht ist so gering, dass sie überhaupt gar keinen schaden anrichten kann (das interview dazu gibt es hier).

ich bin gespannt, wann die ersten hotspots installiert werden, wie schnell man wirklich mit der umsetzung voran kommt und wann die ersten im grazer stadtpark sitzen und kostenlos im netz surfen. auch bin ich gespannt, was die telekomunikationsfirmen zu dem ganzen sagen.

wo man jetzt schon kostenlos wlan in graz nutzen kann, kann man übrigens hier im wiki sehen.






Tourismuscamp 2010 - Revolution Vernetzung #tc10

uwe hat einen etwas reißerischen titel für seine session gewählt. letztendlich stellte er in der session seine erfahrungen mit facebook als “vertriebskanal” vor (also besser gesagt die von tripsbytips). eine gute präsentation mit vielen infos, aber auch tipps und anregungen.

zu anfang unterschied er social networks in zwei typen, in kommunikativ getriebene (wie z.b. studivz oder facebook) und informationsgetriebene (wie z.b. holidaycheck, customer alliance oder auch tripsbytips) netzwerke. die kommunikativ getriebenen haben eine hohe viralität und bieten eher unstrukturierte inhalte an, die tools dienen als grundlage zum kommunizieren. informationsgetriebene strukturieren sich nach orten bzw. punkten, der treiber ist hier der content, viral ist es weniger und vor allem werden diese netzwerke verstärkt saisonal benutzt.
bei netzwerken wie tripsbytips ist es wichtig, das einige vorarbeit vom betreiber geleistet wird. die geodaten sollten vorher eingepflegt werden, der user hat keine lust, sich damit noch zu beschäftigen - user-generated-content ist spontan - verlangt es zu viel arbeit, verliert der nutzer die lust. die große angst der hotels ist oft, dass sie nur mit negativer kritik konfrontiert werden (mal so nebenbei: wenn ich davor so große angst habe, dann schein ich schon zu ahnen, dass was schief läuft). aber laut uwe sind “70 bis 80 % aller bewertungen positiv”.

“mit der eigenen homepage allein, gewinnt man heutzutage keinen blumentopf mehr” - vernetzung ist hier der schlüssel zum erfolg. seinen eigenen content sollte man als marketing-tool nutzen, ihn über facebook, twitter und co “unter die leute bringen”. “28 % der online-bucher verwenden vorher user-generated-content”, zeigte uwe eine weitere statistik. rund 7 prozent der besucher von tripsbytips kommen übrigens von facebook.

zum schluss stellte er noch die einzelnen funktionen von facebook und ihre hebelwirkung gegenüber…

facebook an sich: aufwand gering, hebelwirkung ebenfalls

fanseite: wenig aufwand (vergleichbar mit einem newsletter), ich kann aber schnell virale effekte erreichen

share-funktion auf der eigenen homepage/dem blog: ähnlicher effekt wie bei der facebook und sehr geringer aufwand

app: großer aufwand, aber auch ein großer hebel

“social media ist ein wunderbares element, um dem kunden über die schulter zu schauen”, war ein weiteres, wirklich sehr treffendes zitat. ich kann sehen, was mein kunde so treibt, was ihm gefällt, was nicht und mich auch darauf einstellen. wichtig ist einfach dahin zu gehen, wo die kunden sind - und viele (oder sind es noch eher “einige”?) sind nun mal inzwischen bei facebook und anderen sozialen netzwerken.

werbung und marketing funktioniert im social-media-bereich einfach nicht mehr in der klassischen form. “die marketing-hoheit der anbieter ist vorbei”, soll heißen: früher steuerten reiseunternehmen, destinationen, hotels etc selbst, welche informationen von ihnen durch broschüren, pressemeldungen usw. verbreitet worden. heute schreibt der gast einen blogeintrag, postet was bei facebook oder twitter und schon weiß es (theoretisch) die ganze welt.






Tourismuscamp 2010 - Twittersession #tc10

gleich die erste session war doch was für mich: “twitter-bashing” - da dürfte ich als bekennender twitter-lover nicht fehlen. benjamin trug zum anfang einen blogpost vor, in dem sätze fallen, wie z.b.: “twitter ist der höhepunkt der belanglosigkeiten”.

und ja, ich gebe recht, manchmal kann es einem so vorkommen - wenn man denn nur den belanglosen folgt. ich persönlich habe zum beispiel über twitter schon einige tipps, nützliche links und auch jobangebote bekommen - aber das nur nebenbei. letztendlich ging es um der session darum, wie man denn für destinationen, tourismusbetriebe oder auch reiseveranstalter twittern kann/sollte und was es einem bringt.

hauptfrage, die hier immer wieder aufkam: wie messe ich den erfolg bei twitter? follower? listeneinträge? buchungen? anzahl der retweets?
benjamin hat über twitter eine direkte buchung für beauty24 verzeichnen können - und das über seinen privaten account. aber ist das so wichtig, zählen hier wirklich nur buchungen? klar, der kosten-nutzen-faktor wird dann sofort wieder genannt. aber kann ich den bei twitter so genau berechnen? darf ich das überhaupt. schließlich habe ich mit twitter ja auch einen anderen - nicht unbedingt in geld umrechenbaren nutzen. neue kontakte, kundenpflege, kundenbetreuung, imageaufbau, marketingtool - ich bekomme passende links (wenn ich den “den richtigen” folge) und und und. das argument “twitter nimmt so viel zeit in anspruch”, kann ich persönlich auch nicht bestätigen. twitter nimmt nur viel zeit in anspruch, wenn man es nicht vernünftig monitort. ich habe ein paar hashtags, bei denen ich per tweetdeck informiert werde, wenn sie auftauchen - und somit auch wirklich aktiv verfolge. den “normalen” stream verfolge ich nur sehr selten wirklich aktiv und durchgängig. auf der anderen seite erwarte ich auch nicht von einem unternehmen, dass alle stunde dort ein tweet raus geht - wobei so ein tweet auch nicht wirklich viel zeit in anspruch nimmt (und wie oft werden innerhalb von der arbeitszeit private sms geschrieben?).

wenn personen hinter dem twitter-account stehen, die sagen, “ich mach das nur beruflich - privat finde ich es bullshit”, stellt sich mir auch die frage, ob da die richtige person dafür zuständig ist. um “richtig” zu twittern muss einem das auch gefallen, was man da macht (ist aber bei pressemeldungen, broschüren etc nach auch nicht anders).

was für mich einen twitter-account unattraktiv macht, ist der einsatz als pure verlinkungsmaschine zum blog/zur webseite. dann kann ich auch den rss-feed lesen. für mich ist wichtig zu sehen, dass dahinter ein mensch sitzt. authenzität ist hier das stichwort. es ist auch kein problem, auf andere interessante themen zu dem gebiet auf das ich mich spezialisiert habe (zum beispiel wellness), hinzuweisen.

konkret am beispiel beauty24 (die wellness-reisen verkaufen) hieße das zum beispiel auch, durch den twitter-account auf wellnessprodukte aufmerksam zu machen, die gut sind. ich würde meinen fokus gar nicht unbedingt auf wellness-reisen (und den verkauf genau dieser) legen. wenn ich über den account als wellness-interessierter gute produkte kennen lerne, dann sehe ich: die kennen sich aus! dann gewinne ich vertrauen und wende mich sicher auch bei einer geplanten reise an sie.

abschließend würde ich sagen: twitter lässt sich nicht so einfach in eine kosten-nutzung-rechnung integrieren, wie zum beispiel eine zeitung. muss es das denn überhaupt? auch hier ist ein umdenken nötig. ein guter twitter-account ist werbung für das unternehmen/die destination - werbung, die vielleicht zeit in anspruch nimmt, aber sonst nichts kostet (auch wenn zeit = geld ist). aber, was kostet z.b. eine anzeige in der zeitung - und wie bekomme ich heraus, wer genau wegen dieser anzeige gebucht hat (jetzt mal promotionscodes ausgenommen)?!






Tourismuscamp 2010 - ein erster rückblick #tc10

eine lange reise war’s. rund 10 stunden bahnfahrt liegen zwischen graz und eichstätt. hat sich die lange fahrt gelohnt? ja, das hat sie sich. inhaltlich habe ich eher weniger mitgenommen. kann ich vielleicht auch nicht mehr erwarten - einen gewissen stand habe ich inzwischen und sehe auch zu, dass ich diesen ständig halte bzw. stetig auch erhöhe. ich habe wieder viele menschen getroffen, die meisten kannte ich schon von anderen barcamps, ein paar neue sind hinzu gekommen. die persönlichen gespräche und erfahrungen sind das, was ich immer sehr an barcamps schätze und meist auch ein hauptgrund sind, warum ich zu einem barcamp fahre.

in diesem blogpost werde ich über meine haupteindrücke schreiben, auf einzelne sessions werde ich später noch eingehen.
ein thema, das beim camp immer wieder zur sprache kam: “wie kann ich kleine tourismusbetriebe dazu bewegen, sich im social media bereich zu betätigen?” allen teilnehmern war eigentlich klar, dass an social media niemand mehr vorbei kommt - gerade deswegen fand ich es wieder mal schade (wie auch schon beim castlecamp), dass so wenige (bzw. fast gar keine) “betroffene” dabei waren. der nutzen muss scheinbar noch klarer gemacht werden, die frage ist: wie? uwe meinte in seiner sehr diskussionsreichen session, in der es eigentlich um lokale informationen für destinationen gehen sollte, dass sich die betriebe einfach trauen müssten. einzelne müssten vorreiter sein und wenn sie erfolgreich sind einfach als vorzeigebeispiele dienen. benjamin hatte da einen guten grund, warum viele der betriebe sich da so schwer tun: es sind familienbetriebe. viele personen in führenden positionen sitzen dort, weil sie eben zur familie gehören. berater tun sich dort etwas schwer, weil erst eine vertrauensbasis aufgebaut werden muss - die eben nicht in ein paar tagen entsteht. eine frage, die auch aufkam ist, wie denn nun erfolg im bereich social media gemessen werden kann. im moment wird eigentlich so gut wie nichts gemessen, viele machen da etwas und spielen rum.

ich bemerke auch in rauris, dass es viele gibt, die (sehr) langsam erkennen, dass social media wichtig ist. oder sagen wir besser: die gehört haben, dass es wichtig ist, es irgendwo aufgeschnappt haben. das große problem hier ist aber, dass viele beratungsresistent sind (wie auch rainer in zell/kaprun oft feststellt.

hier ist ein umdenken gefordert, ein öffnen. an social media kommt niemand mehr vorbei. die frage ist die umsetzung.

bis auf den punkt, dass kaum ein wirklicher tourismusbetrieb (also kleine hotels etc) anwesend war. es war das übliche bild, wieder einmal ein “szene-treffen” der üblichen verdächtigen. wobei ich dabei nicht sagen will, dass es sich für mich nicht gelohnt hat. ich habe auf jeden fall neue denkansätze und ideen mit genommen, kontakte vertieft und aufgefrischt. letztlich ist auch in dieser szene das offline-treffen mehr als wichtig und essentiell.

und nein, es war kein technik-euphorisiertes nerd-camp (wenn überhaupt waren vielleicht ein paar geeks da), wie bernd denkt (anwesend war er nicht). ich frage mich bei solch einer kritik dann immer auch, warum genau diese kritiker nicht kommen. dafür sind doch barcamps da? ich glaube nicht, dass irgendwer kein interesse daran gehabt hätte, auch über die “gefahren” zu diskutieren. die leute, die anwesend waren - deren gebiet ist nun mal das web 2.0 - da diskutiert man automatisch über die neuen wege im tourismus. es streitet keiner ab, dass “klassische” werbung wie anzeigen, plakate etc. immernoch (und sicher auch weiterhin) eine relevanz haben. aber wenn die vertreter davon nicht kommen, können wir auch nichts dafür.

auch glaube ich nicht, dass “die echten cracks und großen der branche” (wer auch immer das jetzt genau sein soll) nicht gekommen sind, weil “einschränkende technikeuphorie (…) kurzsichtig und damit nicht die richtige richtung” ist. ich glaube viel mehr, dass diese nicht kommen, weil sie weiterhin ihr geld mit überteuerten seminaren und beratungen machen wollen - da wäre es ja schlecht, wenn andere/neue sehen, wie das geht.

social media ist definitiv ein schritt in die richtige richtung - und das sage ich nicht, weil ich technikeuphorisiert bin. natürlich - ich fahre voll darauf ab - aber weiß auch, dass es nicht der einzige weg in die zukunft ist. es wird einen immer größeren teil ausmachen und wenn man sich nicht rechtzeitig damit beschäftigt, verschläft man es und kann nur von außen beobachten. und ich will später nicht zu einem dieser beobachter gehören müssen!






“Abnorme Persönlichkeit” - Günter Wallraff in Graz

als günter wallraff die säle der arbeiterkammer steiermark betrat, wurde er fast gefeiert, wie ein popstar. wie auch der landtagspräsident kurt flecker bemerkte, als er in den voll gefüllten saal blickte: “schöne kulisse! habe ich das letzte mal bei einem rockkonzert erlebt!”

wallraff erschien leger mit einer lederjacke und erzählte von seinen anfängen und warum die bundeswehr eigentlich schuld an seiner ganzen aufdecker-karriere war. da er vergessen hatte, seine kriegsdienstverweigerung rechtzeitig abzugeben, wurde er widerwillig eingezogen und “versüßte” seinen kameraden unter anderem damit das leben, dass ihnen morgens feldblumen in die gewehrläufe steckte. er erlebte “bis in die generalität alte nazis, die das sagen hatten”, hörte überall ss-parolen und alte nazi-lieder. es wurde ständig versucht, seinen willen zu brechen und ihn mürbe zu machen. als sie dann aber darauf kamen, dass er die ganzen geschichten veröffentlichen wollte, wurden sie auf einmal ganz freundlich und baten ihm eine sofortige entlassung an, wenn er denn nichts veröffentlichen würde. als er den deal ablehnten, steckten sie ihn 6 wochen in die geschlossene abteilung im bwk koblenz. letztendlich wurde er “mit einem ehrenzeichen entlassen”, wie er selbst sagt. “abnorme persönlichkeit - für kriegs- und friedensdienst untauglich”, stand auf seiner entlassung.
damit fing also alles an. die karriere des investigativ-journalisten überhaupt begann also bei der bundeswehr. inzwischen freut er sich, dass es schon ein paar nachfolger gibt. unter anderem in ghana, brasilien oder china - in deutschland ist ihm allerdings keiner bekannt. vielleicht auch ein grund, warum künftig das “wallraff-stipendium” ausgelobt werden soll. es soll journalisten oder auch buchautoren ermöglichen, monate hinweg vom beruf freigestellt zu werden und sich in bestimmte bereiche herein begeben zu können. er braucht nachfolger, denn “irgendwann reichen die kräfte nicht mehr”.

aber noch ist nichts von altersmüdigkeit oder ruhestandsgedanken zu spüren. ganz im gegenteil. er will wieder von vorne anfangen, denn “die sozialen verhältnisse schreien danach”, gerade in deutschland. “das soziale system befindet sich zum teil im freien fall”, vor allem die leiharbeit hat vieles kaputt gemacht. einen verantwortlichen dafür nennt der journalist und buchautor auch: wolfgang clement, ehemaliger sozial-demokratischer ministerpräsident von nordrhein-westfalen und später auch wirtschafts- und arbeitsminister. “an clement krankt die ganze partei bis heute”, fügt er hinzu. überhaupt sei unsere politik zum teil nur handlanger von anderen interessensgruppen.

aber auch in österreich sei er schon auf “einige themen” gestoßen und glaubt, dass es auch hier ein reiches betätigungsfeld geben würde, “allein kärnten wäre eine lebensaufgabe an sich”.

wallraff las auch einige passagen aus seinem neuen buch, “aus der schönen neuen welt“, vor. er erzählte von seiner deutschlandreise als schwarzer, von den behördengängen, der zugfahrt mit rechten dynamo-fans oder der “einfachen” wohnungssuche - als dunkelhäutiger kaum machbar. “schwarz auf weiss” heißt der film dazu, der mitte februar endlich auch in die österreichischen kinos kommt. seit heute weiß ich, dass daran eigentlich keiner vorbei kommt.

es war ein super spannender abend mit interessanten anekdoten - und der wallraff kann auch einfach gut erzählen! ich hätte ihm noch stunden zuhören können, obwohl nach 2 1/2 stunden die holsstühle im saal echt sehr unbequem wurden. sollte er auch mal in eure stadt kommen, geht hin und hört ihm zu. es lohnt sich für jeden - definitiv!






wg3null - pottkaffe - folge 36

die wg3null serviert euch jetzt immer mittwochs den pott kaffe. sonntags ist clemens viel zu oft schach spielen oder die anderen beiden grad nicht da…

in der letzten woche standen unter anderem zwei geburtstage, der “profi-treff” vom prva und die handball-em auf dem programm. was sonst noch los war und was die nächsten 7 tage auf sie zukommt? hört selbst…

schon fan von der wg3null?

 
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Wie weit geht Corporate Twitter?

eigentlich wollte ich jetzt was über den “PRofi-treff social media” vom prva steiermark schreiben. christian ammer von der wien energie war zu gast und stellte energieleben vor. wollte anhand der “plattform” zeigen, was denn so in richtung social media vom unternehmen geleistet wird.

nein, sie sind da keine vorreiter und auch nicht die, die sagen wie’s geht - wie er auch mehrmals versicherte. dass die facebook-fanseite nur 174 fans hat (immerhin haben sie schon mal eine) und da noch keine wirkliche kommunikation stattfindet, sieht man auf den ersten blick. genauso, wie es den menschen, die hinter dem dazu gehörigen twitter-account stehen offensichtlich nur im pure follower-generierung geht. dass herr ammer immer wieder blogs und blogposts verwechselte ist ein kleiner schönheitsfehler, aber da bin ich wahrscheinlich auch einfach nur ein bisschen zu kleinkariert.

ich will jetzt auch nicht darüber sprechen, wie man richtig twittert, das ist letztendlich auch geschmackssache (und könnte hier ausarten). auch wenn ich sagen muss, dass mir das, was energieleben da macht, nicht gefällt. ich war noch nie ein fan purer verlinkungsmaschinen.

bei der anschließenden diskussion warf sich eine ganz andere frage in mir auf: wie weit geht eigentlich so ein corporate twitter-account. bzw.: wie weit müssen sich die personen, die dahinter stecken, auch in ihrer “freizeit” oder nach dienstschluss damit beschäftigen. kann ich von einem unternehmen erwarten, dass es mir auch noch um halb neun uhr abends antwortet, wenn ich eine frage habe? kann ich davon ausgehen, dass ein unternehmen auf einen tweet auch dann noch reagiert oder ist es okay, dass dann erst am nächsten morgen geschieht (wenn wieder jemand im büro sitzt)? bis 9, bis 10, bis 11? und was ist am wochenende?
@sueholzer meinte gleich, dass man sich eine “rund-um-die-uhr-antwort” nicht erwarten könne. ok, um 01 uhr nachts vielleicht wirklich nicht - irgendwann müssen wir schließlich alle schlafen. aber kann ich von jemandem, der den twitter-account einer firma betreut, erwarten, dass er auch zu hause tweetdeck (oder was auch immer) auf hat und gegebenenfalls auf fragen oder kritik zeitnah reagiert? oder geht das zu weit?

eine wirklich interessante frage für mich und meinen späteren beruflichen lebensweg (der ja durchaus in diese richtung gehen könnte). ich kann nur sagen, dass ich ständig monitoring betreibe, was rauris angeht (sei es facebook, twitter oder netz) - und das mach ich sogar noch freiwillig und aus spaß bzw. persönlichen forschungszwecken. oder bin ich da zu übermotiviert? darf man vielleicht als jemand, der solche sachen betreut kein privatleben haben? kann oder muss von der person erwartet werden, dass er, auch wenn er unterwegs ist, regelmäßig per iphone (oder was auch immer) den firmeneigenen twitter-account, die facebook-seite usw. überwacht und kurz scannt. ich meine, das ist ne sache von ein paar sekunden - aber gemacht werden sollte sie.
übrigens: energieleben hat auf meinen “testtweet” doch ziemlich schnell geantwortet (dank sue’s mithilfe) - hätten sie das auch gemacht, hätte sie niemand darauf direkt hingewiesen?






“Hilfe, meine Mama gruschelt mich!”

ich bin durch twitter gestern über einen amüsanten artikel auf zeitonline gestolpert. immer mehr “silver-surfer” entdecken das internet - und vor allem die sozialen netzwerke - für sich. so kommt es, dass anscheinend immer mehr kinder vor der situation stehen, ihre eltern bei facebook oder den vz-netzwerken als freund zu adden zu können…

ja, was macht man, wenn plötzlich die freundschaftsanfrage der eltern eintrudelt? gute frage. ich muss sagen, wenn sie mich bei facebook hinzufügt, hätte ich überhaupt gar kein problem damit. ich sehe facebook sowieso eher als eine “professionelle” plattform. ich verzichte dort auf sachen wie farmville, mafia-wars und wie die dinger alle heißen - und partyfotos von mir lade ich dort sowieso nicht hoch. sie könnte also nichts “schlimmes” dort finden. ganz im gegenteil.

bei studivz sieht das allerdings - ehrlich gesagt - schon anders aus. dort lade ich schon das eine oder andere partyfoto hoch (ja, ich gebe zu, es sind mehr als zwei). hier habe ich einfach keine “professionellen” kontakte, sondern vorrangig freunde/bekannte in meinem alter. die wissen sowieso, auf welchen parties man mich so findet. ich halte es allerdings auch für eher unwahrscheinlich, dass sich meine ma einen account bei studi- bzw. meinvz zulegen wird. wenn überhaupt, dann wohl eher bei facebook (wobei das wahrscheinlich auch eher utopie ist).
hier ist wieder der springende punkt, dass man wissen sollte, was wo von einem selbst (oder auch anderen) veröffentlicht wird und dass das gegebenenfalls alles ÖFFENTLICH ist. und da ist es auch unerheblich, ob das nun die mutter, der vater, der zukünftige arbeitgeber oder freunde sehen. diese sensibilität fehlt nur vielen (noch) - und das ist wohl das größte problem!

mein fazit: bei facebook darf mich meine ma gerne hinzufügen, studivz bleibt gleichaltrigen freunden/bekannten vorbehalten.
schneeengels song des tages: my mom’s on facebook