da ist es nun also raus: der schneeengel wird der neue social media manager der stiegl privatbrauerei zu salzburg. zu sagen, es wäre unglaublich, ist vielleicht ein bisschen falsch – natürlich habe ich daran und an mich geglaubt und auf dieses ziel konsequent hin gearbeitet-, aber doch ist meine freude riesengroß.
ich weiß es schon seit mittwoch. aber aus respekt zu den anderen bewerbern und auf die bitte von stiegl selbst, habe ich mit der veröffentlichung abgewartet, bis die anderen bewerber persönlich informiert werden konnten. ich kann euch eins sagen, das war ganz schön schwierig – wer mich kennt, kann sich vorstellen, wie sehr es mir unter den fingernägeln gebrannt hat, die freudige nachricht raus zu twittern!
aber genug der vorworte. ich möchte euch an dieser – an meiner – “erfolgsgeschichte” teilhaben lassen und euch zeigen, wie man mit social media zum traumjob kommen kann. vorne weg: mit authentizität, ehrlichkeit, transparenz, ehrgeiz, selbsbewusstsein, ein bisschen mut und durchaus auch etwas glück.
ich muss dafür etwas ausholen, denn eigentlich begann alles 2007 mit diesem blog. damals war noch keine rede von social media managern. und natürlich auch noch nicht von mir. auch wenn ich anfangs recht überrascht ob des erfolgs dieses blogs war, habe ich nach einiger zeit das potential erkannt, dass im bloggen liegen kann. nein, ich dachte nicht ans geldverdienen. ich dachte daran, mir damit einen namen aufzubauen. bei google gefunden zu werden. “online-reputation”. natürlich hatte ich mit meinem “realen” namen ein einigermaßen leichtes spiel (so viele jochen hencke gibt es nicht), doch mit dem schneeengel war’s dann doch etwas schwieriger. und das alles war natürlich ein prozess. ich musste mir klar machen, dass das nicht von heute auf morgen passiert. und, dass ich dafür auch aktiv einiges tun muss: content produzieren, events besuchen, netzwerken, über twitter mit anderen kommunizieren, einfach präsent sein. es funktionierte. mein blog entwickelte sich prächtig, mein twitter-account auch. so langsam hatte ich mir einen kleinen namen gemacht. wurde wahrgenommen und somit auch öfter verlinkt. hinzu kamen einige projekte, die ich neben dem studium begleiten und zum laufen bringen konnte.
im letzten jahr stand dann die zeit des langen praktikums vor der tür und für mich die entscheidung, wie es denn nun weitergehen sollte. wie es der zufall so wollte, suchte gerade zu dieser zeit klaus eck einen praktikanten. klaus folgte ich schon seit einiger zeit bei twitter und war auch mit ihm über facebook vernetzt. dort stieß ich auch auf seine “ausschreibung”. ich kommentierte, versuchte mich & meine bisherige arbeit in dem kommentar gut zu verkaufen. mit heinz hatte ich inzwischen auch schon einen “fürsprecher”, der mich an klaus weiterempfahl. ein anruf folgte und ich hatte das praktikum.
bei klaus kam dann wieder der kollege zufall vorbei: stiegl suchte nach einem social media konzept und fragte bei ihm an. so kam eins zum anderen, ich hatte das vergnügen meiner kreativität in sachen stiegl und social media freien lauf zu lassen und mich am konzept zu beteiligen. ich bekam einen tiefen einblick in die philosophie des unternehmens und es baute sich natürlich auch ein kontakt auf.
bei der nissan freeride tour in fieberbrunn lernte ich dann auch christina, die (unter anderem) für die social media aktivitäten von stiegl (noch) verantwortlich ist – und einen super job gemacht hat – einmal persönlich kennen. so entstand eine zusammenarbeit, bei der ich mich als schneeengel (und auch @piefke) bei den projekten von stiegl einbringen konnte.
als es dann so weit war und plötzlich die stellenausschreibung als social media manager bei stiegl kam, war eigentlich klar, dass es nur eine person für den job geben könnte: mich. doch wie sollte ich die brauerei darauf aufmerksam machen, dass ich wirklich die perfekte person für den job bin?
ich musste aus der masse der bewerber irgendwie heraus stechen, mich sichtbar machen und natürlich auch nachhaltig ins gespräch bringen. die idee vom stieglman – von “jochen for stiegl” - war geboren.
warum wählte ich gerade facebook als passendes medium? naja, eigentlich logisch: facebook ist zur zeit nun einmal das größte netzwerk überhaupt und stiegl dort sehr präsent vertreten. twitter und mein blog nutzte ich, um auf die aktion aufmerksam zu machen. natürlich ging ich damit ein risiko ein. ich machte damit nicht nur andere auf die stelle aufmerksam, baute mir somit quasi eventuell andere konkurrenz auf und lief natürlich auch gefahr, für ein traditionsunternehmen wie stiegl zu “laut” aufzutreten. doch: “no risk, no fun”. und, wer nix riskiert, kann auch nix verlieren.
“jochen for stiegl” lief super an, besser als ich es erwartet hatte. innerhalb von gut einem tag hatte ich schon mehr als 100 “unterstützer” auf der seite versammelt. und was mich besonders bestätigte, dass es der richtige weg war, war, dass unter den 100 rund ein drittel nicht mit mir bei facebook vernetzt waren, sondern “von allein” gekommen waren.
und nein, ich habe natürlich nicht nur auf facebook, twitter und blog gesetzt, auch eine “klassische” bewerbung gab’s von mir. denn, verschließen wir nicht die augen, social media ist toll und klasse und super und überhaupt, aber doch nicht alles.
was mich verwunderte: niemand außer mir setzte auf social media kanäle, um auf sich aufmerksam zu machen oder wenigstens zu zeigen, dass man sich auch beworben hatte. ja, okay. natürlich besteht die gefahr, auch negativ aufzufallen, vor allem, wenn man den job am ende nicht bekommt. doch sind ehrlichkeit und transparenz nicht zwei haupteigenschaften, die ein social media manager, ein markenbotschafter, mitbringen sollte? auch aus diesem grund, stellte sich mir die frage gar nicht, ob ich meine bewerbung nun kommunizieren sollte oder nicht. ich glaube, eigentlich bin ich mir sicher, ich hätte auch keinen reputationsschaden erlitten, wenn es nichts mit stiegl geworden wäre. gut, es wäre sicher schwierig geworden, mich einer anderen brauerei zu verkaufen, aber auch das hätte ich notfalls geschafft. aber ich bin froh, dass ich es nicht muss. ich bin sogar sehr froh und überglücklich, dass es mit diesem traumjob geklappt hat. ich freue mich auf die herausforderung und das team, mit dem ich zusammenarbeiten werde.
ich möchte mich an dieser stelle natürlich auch bedanken. bedanken bei allen, die mich auf dem weg dahin unterstützt und auch gefördert haben. besonders bei klaus, anika, thomas, heinz, christina und hanna. und selbstverständlich bei allen unterstützern von “jochen for stiegl”, den twitterati, die meiner bewerbung einen retweet gaben, meinen followern überhaupt und euch, die, die dieses blog erst so groß gemacht haben, wie es heute ist.
was passiert nun eigentlich mit “jochen for stiegl”? ich werde die seite nicht schließen. ganz im gegenteil. ich möchte sie, wenn es die zeit (und natürlich auch mein neuer arbeitgeber) denn zulässt, weiter betreiben. sie soll eine plattform sein, auf der ihr euch bei den social media aktivitäten von stiegl einbringen könnt. ihr mir eure ideen und anregungen mitteilen könnt und somit auch teilhaben könnt an der erfolgsgeschichte. zusätzlich hab ich mir auch den twitter-account @stieglman gesichert. was ich damit mache, muss ich mir noch überlegen. wenn ihr vorschläge habt: immer her damit!
mein fazit und auch tipps für andere, die nach ihrem traumjob via social media suchen:
- baut euch eine reputation auf
(aber glaubt nicht, dass das von heute auf morgen passiert, akzeptiert es als prozess)
- setzt euch mit dem unternehmen auseinander
- beteiligt euch bei aktionen, bringt euch ins gespräch
- kommentiert auf blog, facebook oder auch twitter
- versucht einen kontakt zu den markenbotschaftern aufzubauen
- denkt aber auch immer daran, dass social media nicht alles ist
- seid offen, ehrlich und transparent
- scheut nicht die konkurrenz
- seid bereit etwas zu riskieren
- stecht mit einer (oder mehreren) kreativen idee(n) aus der masse heraus
- seid selbstbewusst und konsequent
- seid einfach gut in dem was ihr macht
- seid vor allem ihr und spielt keine rolle
wenn ihr das beherzigt, dann klappt es bestimmt mit eurem (traum)job! und wenn es mal nicht klappt, lasst euch nicht davon beunruhigen. natürlich kann es immer menschen geben, die einfach besser in das gesuchte profil passen – deswegen seid ihr nicht unbedingt schlechter. das ist kein weltuntergang, seht und versteht es als chance.